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  • AutorenbildAnja Senti

Europacup Schweden 2023

Hej hej,

Du kannst dir sicher vorstellen, dass es nicht ganz einfach ist mit Munition und Gewehr zu fliegen. Deshalb fahren wir so oft wie möglich mit dem Auto an Wettkämpfe. Auch wenn diese Art des Reisens viel länger dauert, ist sie doch die angenehmere.

Als wir in Stockholm landeten, viel mir mein Herz in die Hose. Ich bekam eine SMS von der Fluggesellschaft SWISS. Eines meiner Gepäckstücke konnte anscheinend nicht zeitgerecht verladen werden und sei deshalb noch nicht angekommen. Ich überlegte mir schon, wer von meiner Familie sich wohl am besten ein paar Tage frei nehmen könnte, um mit meinem verlorenen Gepäckstück nach zu reisen. Es hätte nämlich keine Rolle gespielt, ob meine Schiesstasche oder mein 2. Gepäckstück gefehlt hätte. Schliesslich habe ich mein Etui mit allen Hackenkappen, Backenauflagen und Handstützen ins 2. Gepäckstück gepackt, da mit 23kg Gewichtsbegrenzung einfach nicht alles in der Schiesstasche gepackt werden konnte.

Das ganze Team stand also bei der Gepäckausgabe und hoffte, dass all unsere Gepäckstücke angekommen sind. Dieses Mal kam es mir wie eine Ewigkeit vor, bis das Band endlich ins Rollen kam und all meine (und auch die meines ganzen Teams) auf uns zu fuhren.

Vom Flughafen Arlanda wurden wir abgeholt. Meistens fahren wir als erstes in die Schiessanlage. Dort deponieren wir unsere Schiesssachen und wenn wir tagsüber ankommen, besichtigen wir kurz die Schiessanlage. Danach gehts endlich ins Hotel.


Die Schiessanlage auf der wir den Europacup bestritten befindet sich in Eskilstuna. Sie liegt mitten im Wald und erinnerte mich einwenig an Thun. Es gab drei Reihen Windfahnen wo von Maximum zwei Reihen die gleiche Windrichtung anzeigen. Die Bäume rundherum ergänzen dieses 4D Schauspiel.

Im Dreistellungsmatch hatte ich vor allem beim Kniend- und Liegendschiessen ein Problem damit. Ich konnte den Wind leider zu wenig einschätzen und lies mich von den vielen Eindrücken der Fähnchen ablenken. Verglichen mit meinen Konkurrentinnen habe ich aber nicht viel mehr Fehler gemacht. So wäre also mit dem Stehendschiessen noch alles drin gewesen. Da sich in letzter Zeit das Stehend zum Knackpunkt meines Dreistellungsmatches herauskristalisiert hatte, habe ich meine mentale Einstellung zum Schlussbouquet geändert. So sind die Stehendschüsse nun meine Lieblingsschüsse, vor allem die letzten fünf. Ich hatte Schwierigkeiten in der ersten Stehendpasse. Nach vielen 9er kam mir der Gedanke: "Jetzt kommt entweder eine 10 oder eine 8." Dann kam eine 7 und das vermieste mir natürlich die Laune. Nach einem kurzen Gespräch mit Fabio (meinem Coach), konnte ich meine Gefühle unter Kontrolle bringen und solide meinen Match beenden.

Ich kann dir also nur empfehlen, wenn dir solche negativen Gedanken kommen: geh aus der Situation raus, in welcher du dich befindest. Lenke dich ab mit irgend etwas anderem. Danach fokussiere dich erneut und mach weiter.


An Europacups werden bei Liegendmatches immer eine Elimination und eine Qualifikation geschossen. Bei den Damen kommen immer alle weiter in die Qualifikation. Die Elimination konnte ich so also als Testwettkampf benutzen.

In den Qualifikation-Match startete ich verhalten mit 98 als erste Passe. Die zweite Passe schloss ich mit 99 Punkten ab. Diese drei 9er kann ich ganz klar dem Wind zuschreiben. Ich bemerkte erst ungefähr in der Mitte der zweiten Passe, dass ich mich nur auf ein Windfähnchen fokussieren muss. So schraubte ich nach jedem Schuss an meinem Diopter und korrigierte das Schussbild, je nach dem in welche Richtung meine auserwählte Fahne zeigte. Mit dieser Strategie behielt ich mich frisch im Kopf und es gelang mir die Kontrolle über die Windverhältnisse zu erlangen. Den Wettkampf beendete ich mit 40 Zehnern, was zu einem Punktetotal von 597 führte und mir den 1. Rang sicherte.

Das ganze Team war übrigens sehr erfolgreich. Mehr dazu kannst du im Zeitungsbericht vom Bieler Tagblatt vom 27. Mai 2023 lesen.



Ps. Solltest du einmal nach Eskilstuna gehen und Sushi genau so lieben wie ich, dann hol dir unbedingt eine solche Sushirolle vom "Matsu Sushi". Die ist wirklich der absolute Burner!

Hej då. (Heisst Tschüss auf schwedisch)

XOXO Anja




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